Die Farben der 90er
Ich hatte für mein Schärfe-Unschärfe Projekt mehrere Adapter gedruckt, mit denen sich Kleinbildfilm in Rollfilmkameras einlegen lässt. Die erste Variante saß leider in der Agfa Box zu stramm um zu funktionieren, aber in meiner Balda Belfoca Klappbalgenkamera haben sie perfekt gepasst.
Also habe ich meinen Filmfundus durchgeschaut, und einen „Revue“ Farbfilm gefunden, der 1994 abgelaufen ist, und den eingelegt. Ich war gespannt auf die Randmarkierungen, und welche Farben nach über 30 Jahren ungewisser Lagerung rauskommen würde.
Weil ich erhebliche Farbverschiebungen erwartet habe, wurde ich auch nicht enttäuscht: Der entwickelte Film war braun statt klassisch orange, und auch mit geduldigster Nachbearbeitung konnte ich den Negativen keine „richtigen“ Farben entlocken. Aber die Bilder haben ihren ganz eigenen Charme.



Ich liebe, wie der Film selber Teil des Bildes wird. Die Perforation im Bild habe ich schon bei meinen schwarz-weiß Versuchen sehr gefeiert, aber die Einbelichtungen und Farben am Rand sind schon nochmal ein ganz besonderes Detail.
Jetzt will ich das Ganze nochmal mit frischem Film ausprobieren.
Scheimpflug-Sprocket
Ich habe in den letzten Wochen viel versucht, um eine Aufnahme mit schräger Filmebene zu erzeugen. Woran ich dabei überhaupt nicht gedacht habe war, dass ich ja eine Kamera habe, bei der mit minimalem Eingriff die Objektivebene schwenkbar ist. Optimal für Scheimpflug-Experimente!

Die Belfoca von Balda: eine bildhübsche 6×9 Kamera! Wenn man zwei Schrauben entfernt, kann man das Objektiv relativ frei verschwenken (limitiert nur vom Klappmechanismus, und der Tasache, dass auch Fotografen leider nur zwei Hände haben…)
Also habe ich mich bei schönstem Frühlingswetter aufgemacht, um spannende Schärfe-Unschärfe Verteilungen in die blühende Natur zu legen:



