Immer wieder sehe ich auf Instagram Posts mit beeindruckenden Chlorophyll-Prints.
Frisches Blatt, Schablone, Sonne – und auf fast magische Art erscheint ein Bild auf dem Blatt. Bei einem Beitrag war das Abbild so unglaublich kontrastig und detailreich, dass ich vermutet habe, dass einfach der Toner von der Schablone abefärbt hat 😉 – aber grundsätzlich war ich schon überzeugt, dass das funktionieren kann.
Deswegen habe das immer mal wieder nebenher versucht. Mit verschiedenen Blättern, die ich stunden- oder tagelang belichtet habe. Aber es kam nie etwas Brauchbares dabei heraus. Also musste ein groß angelegter Versuch her:
Letzten Sommer habe ich deswegen mit meiner Schüler-AG eine Blättersammelaktion gestartet. Wir haben rund um die Schule etwa fünfzig verschiedene Laubblätter gesammelt und mit Schablonen versehen.



Ich fand die „Das ist ein Blatt“-Schablone ganz lustig, aber Bäume und Drachen kamen bei den Kindern irgendwie besser an 😉
Ich habe die bestückten Bilderrahmen eine Woche lang immer dann rausgelegt, wenn die Sonne geschienen hat. Insgesamt haben sie etwa fünfzehn Stunden Sonne abbekommen, zum Teil auch über Mittag. Im mittleren Bild sieht man, dass sich dabei ordentlich Kondenswasser unter der Scheibe gebildet hat.
Nach einer Woche mit verschiedenen Belichtungsfenstern haben wir die Ergebnisse überprüft. Und gut, dass wir so viele Blätter ausprobiert haben – denn nur ganz wenige haben überhaupt funktioniert. Ich schätze, weniger als die Hälfte hat überhaupt Spuren gezeigt, und nur eine Handvoll war wirklich gut.



Der große Moment – bester Baumschatten: auf Zaunwickenblatt – dieser Breitwegerich hätte vielleicht schon früher aus der Sonne gemusst
Auch wenn eigenlich wenig herauskam, haben wir jetzt zumindest eine solide Grundlage für weitere Experimente: Es funktioniert, und ist einfach sehr vom Blatt abhängig. Anscheinend ist es sogar nicht immer nur die Pflanze, sondern auch das einzelne Blatt – wir hatten Ginkoblätter mit klaren Umrissen und solche ohne jede Spur. Vielleicht ist der Hochsommer auch nicht unbedingt die perfekte Zeit für dieses Verfahren? Ich habe vor, im Frühling nochmal daran zu gehen und einzelne Blattsorten durchzutesten. Irgendwie stelle ich mir vor, dass das zarte, junge Grün noch empfindlicher auf Sonne reagiert.
Hat du schon mal mit Chlorophyllprints gearbeitet? Teil doch gerne deine Erfahrungen in den Kommentaren!